In Forschungslaboren, vor allem in der Pharma- und Medizinbranche, fallen jeden Tag große Mengen an potenziell infektiösen Reststoffen an, die gefährliche Auswirkungen auf die Mitarbeiter und die Umgebung haben können. Immer mehr Labore und Institute suchen daher nach Lösungen, wie sie diese Abfälle vor Ort unschädlich machen können, damit man sie sicher entsorgen kann. Oft werden zur Dekontamination solcher Abfälle Autoklaven eingesetzt. Diese Geräte jedoch haben den Nachteil, dass sie sehr viel Platz benötigen, einen großen Energiebedarf und eine relativ lange Laufzeit haben. Eine andere Möglichkeit ist die Entsorgung und Verbrennung über die Sondermüllschiene. Hier besteht aber das hohe Risiko, dass schädliche Abfälle nach außen gelangen – und sich damit Viren und Bakterien verbreiten. Zudem ist die Sonderabfallverbrennung sehr teuer und belastend für die Umwelt. Wo täglich mit potentiell infektiösen Stoffen gearbeitet wird, spielt das Thema Prävention eine zunehmend gewichtige Rolle. Dabei setzen immer mehr Wissenschaftler auf die Vor-Ort-Desinfektion: Die Abfälle werden unschädlich gemacht, bevor sie die Räume verlassen. Zu den Vertretern dieser Methode gehört etwa das Institut für Hygiene und Biotechnologie der Hohenstein Institute in Bönnigheim. Gearbeitet wird hier mit flüssigen Kulturen sowie Bakterien- und Pilzkulturen auf festen Nährböden. Das unabhängige Institut auf Schloss Hohenstein besteht seit 1946 und entwickelt Lösungen für die Industrie. Die Schwerpunkte liegen auf der biologischen Analytik, der angewandten Hygiene und effizienten medizinischen Lösungen. Die Mikrobiologen untersuchen Textilien und andere Produkte, die in hygienisch relevanten Bereichen eingesetzt werden. Da der Umgang mit solch infektiösem Material gefährliche Auswirkungen auf die Mitarbeiter und die Umgebung haben kann, ist Prävention für die Forscher bereits im eigenen Labor ein vorrangiges Thema. Statt mit Dampfautoklaven, die heute noch in vielen anderen Laboren üblich sind, behandeln die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Helmut Mucha ihre anfallenden Abfälle seit 15 Jahren mithilfe eines umweltschonenden Entsorgungssystems, das auf spezieller Mikrowellentechnologie basiert.
Hitze entkeimt und schrumpft Abfall
Die Abfälle aus dem Labor werden zunächst im stichfesten, wieder verwendbaren Behälter gesammelt, der sich per Fußhebel, also berührungslos, öffnen lässt. Anschließend kommt der gefüllte Behälter in das Medister-HF-Desinfektionsgerät, welches direkt im Labor integriert ist. Dort wird der Abfall im Sammelbehälter automatisch befeuchtet und mittels des thermischen Verfahrens von innen heraus auf 97 bis 100° erhitzt. Diese Temperatur wird 25 Minuten lang gehalten. Durch das patentierte Even-Heat-Verfahren werden die im Abfall befindlichen Infektionserreger in kurzer Zeit unschädlich gemacht, sodass der entkeimte Abfall anschließend umweltschonend und gesetzeskonform (laut ADR/RID-Richtlinien) im Hausmüll entsorgt werden kann. Mit dem Medister-Desinfektionsgerät können große und inhomogene Abfallmengen in Laboren, Krankenhäusern und Arztpraxen, Pflege- und Sanitätseinrichtungen schnell und effizient behandelt werden – ohne sie vorher zerkleinern oder chemisch behandeln zu müssen. Der zuvor kontaminierte Abfall schrumpft während der Erhitzung um 30 bis 50 Prozent zusammen und kann anschließend bedenkenlos im Hausmüll entsorgt werden. Das in Hohenstein eingesetzte Medister-60-HF-Abfalldesinfektionsgerät beispielsweise fasst 30 Liter. Es kann Keime der Resistenzstufe I bis IV, also alle Virenarten, alle vegetativen Keime sowie jegliche Parasiten und Pilze abtöten. In Hohenstein entsorgen die Forscher aufgrund seiner kurzen Chargenzeit mit dem Medister 60 an einem Arbeitstag etwa zehn Chargen Abfall mit je 30 Liter Volumen. Im Vergleich zu einem gleich großen Autoklaven entspricht das etwa einer doppelt so hohen Menge pro Tag. Ausschlaggebend für die Forscher um Dr. Mucha waren vor allem wirtschaftliche Gründe, denn das Gerät lässt sich einfach bedienen und hat einen geringen Wartungs- und Energiebedarf. Aufgrund des Ressourcen schonenden Even-Heat-Verfahrens sind bei einem Desinfektionszyklus nur geringe Mengen an Energie und Wasser notwendig, und zusätzlich werden keine Emissionen in die Luft abgegeben.
Schutz für Mensch und Umwelt
Die Medister Desinfektions- und Sterilisationsgeräte kommen überall dort zum Einsatz, wo gefährliche und infektiöse Reststoffe anfallen. Denn gerade in Laboren und Spitälern kann nur durch eine hygienische Sammlung von Abfällen, also durch eine „Non-Kontaminationsstrategie“, entscheidend dazu beigetragen werden, dass sich Infektionen nicht ausbreiten. Die Alternative, diese zu entsorgen, ist die Sonderabfallverbrennung, die aber sehr teuer und belastend für die Umwelt ist. Da kontaminierte Abfälle immer infektiös sein können, sollten sie nie ihren Entstehungsort verlassen. Es gilt, das Risiko schon an seiner Quelle zu begrenzen. Denn schon der Transport zur Verbrennung oder die Entsorgung über den Hausmüll birgt das große Risiko, dass Bakterien und Viren nach außen gelangen. Durch eine Vor-Ort-Desinfektion dieser Abfälle wird dem Grundprinzip der Seuchenhygiene bestmöglich Rechnung getragen.☐
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