Für eine ganzheitliche Sicht auf das Rechenzentrum bietet RiZone intelligente Schnittstellen. So wird das Asset-Management durch eine automatisierte Inventarisierung unterstützt
Erschienen in: S&I-Kompendium 2010, S. 133
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Sicher durch vernetzte IT-Infrastrukturen

Managementsoftware vereint Gebäudeleittechnik und Servermanagement

Gefahren für die IT drohen von vielen Seiten, extern wie intern. Fallen die Systeme im Rechenzentrum aus, ruht heutzutage die Arbeit. Solche Ausfälle können sich Unternehmen nur für kurze Zeit leisten. Ihre Rechenzentren müssen hochverfügbar und sicher sein. * Text: Bernd Hanstein Bilder: Rittal

In Betrieb, Schutz und Überwachung von Rechenzentren sind viele Personen involviert. Die IT-Abteilung kümmert sich um den sicheren Betrieb. Häufig ist es Aufgabe des Gebäudemanagements, für die Anbindung an Klimatisierung und Stromversorgung zu sorgen. Und der Wachschutz hat ein Auge auf den Zutritt. Für einen optimalen Ablauf stimmen sich die Personen miteinander ab. Sie verständigen sich beim Auftreten von Fehlern und informieren einander, wenn ein Risiko entdeckt wird. In Unternehmen gibt es hierzu Schnittstellen. Anders sah es bis dato auf der Software-Seite aus. Auch hier kümmern sich mehrere Programme um den sicheren Betrieb der Serverfarm. Management-Systeme überwachen die Server und gegebenenfalls auch deren sichere Virtualisierung, andere Programme kontrollieren die physischen Parameter wie die Temperatur oder den Zugriff. Allerdings bieten bisherige Lösungen diese Funktionen jeweils nur für ihren eigenen Bereich an. Ein zentrales Werkzeug, mit dem sich alle IT-Belange bis hin zum Serverschrank bedienen lassen, fehlte. Das hat sich mit der Software RiZone geändert, die die einzelnen Ebenen zusammenführen soll.

RiZone verbindet Kontrolle und Steuerung der physikalischen Infrastruktur mit der der Server. Hierzu wurde für den Microsoft System Center Operations Manager ein sogenanntes Management Pack programmiert
RiZone unterstützt IT-Verantwortliche dabei, das optimale Verhältnis zwischen Verfügbarkeit, Sicherheit, Performance und Wirtschaftlichkeit im Rechenzentrum zu finden – und dies auch bei wachsendem Leistungsbedarf zu halten

Überwachung, Steuerung und Kontrolle

RiZone beobachtet und steuert alle IT-Infrastruktur-Komponenten, die für den sicheren Betrieb der Server, Storage-Systeme, Router und Switches notwendig sind. Im Detail sind das: Stromversorgung und -absicherung, Kälteerzeugung und -verteilung, Raum- und Schranküberwachung, allgemeine RZ-Sicherheit wie Zutritt und Temperatur sowie Effizienz und Energieverbrauch. Zu den Aufgaben einer Management-Software für IT-Infrastrukturen gehört es, die gesamte Kette der genannten Komponenten zu überwachen und relevante Parameter zu erfassen. Diese werden bewertet, visuell dargestellt und gegebenenfalls in eine Folgeaktion wie eine Alarmmeldung umgesetzt. Grundlage hierfür sind drahtgebundene und drahtlose Sensor-Netzwerke. Eine solche umfassende Kontrolle und Steuerung der physikalischen Infrastruktur vereinfacht die administrativen Aufgaben maßgeblich. RiZone geht noch einen Schritt weiter.

Gebäudeleittechnik und Servermanagement

Die Anbindung an die Gebäudeleittechnik wird durch eine Schnittstelle zu BACnet möglich. So können Komponenten wie Racklöschanlagen und Zutrittskontrollsysteme integriert werden. Für eine ganzheitliche Sicht auf das Rechenzentrum bietet RiZone intelligente Schnittstellen. So wird das Asset-Management durch eine automatisierte Inventarisierung unterstützt. RiZone verwaltet hierbei die Daten, die von Dynamic Rack Control, einer intelligenten RFID-Technologie als Teil des 19“-Racks, zur Verfügung gestellt werden. Zudem ermöglichen die Inventarisierung per RFID und Schnittstellen zu ERP-Systemen ein Change- und Kapazitätsmanagement der eingesetzten Server. Eine wichtige Schnittstelle besteht zum Server-Management: RiZone verbindet Kontrolle und Steuerung der physikalischen Infrastruktur mit der der Server. Hierzu wurde für den Microsoft-System-Center-Operations-Manager ein Management Pack programmiert. Der IT-Administrator kann damit Server, Clients, Dienste und IT Infrastruktur durch die Oberfläche des Operations-Manager beobachten und steuern. Alle Alarmmeldungen der physischen IT-Infrastruktur werden an den Operations-Manager weitergeleitet. Effizienzmessungen und Trendanalysen der Rechenzentrums-Infrastruktur sind auf seiner Oberfläche visualisiert. Nun können Störmeldungen in der Infrastruktur des Rechenzentrums mit den davon betroffenen Diensten verknüpft werden, sodass der IT-Administrator proaktiv reagieren kann. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wenn eine Störung, etwa eine erhöhte Temperatur auftritt, weiß der Administrator nicht nur, welche Server davon betroffen sind, sondern auch, welche Applikationen. Das ermöglicht ihm ein zielgerichtetes und präventives Eingreifen auf Dienstebene. Er kann Anwendung auf einen Server in einem anderen Rack verschieben, das von dem Problem nicht betroffen ist. Er kann Frühwarnsysteme implementieren und dadurch Downtimes vermeiden. Bei entsprechender Konfigurierung greift die Software auch selbstständig ein und führt Aktionen automatisiert aus. Beispielsweise ist es möglich, Dienste aus einem überhitzten Rack in einen anderen Serverschrank zu verschieben. Das Ergebnis ist eine neue Qualität der Sicherheit und Verfügbarkeit in Rechenzentren.

Von small bis big Business

Die Größe eines Unternehmens ist heute für die Bedeutung von Rechenzentrumsdiensten nicht mehr entscheidend. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen sich auf die Verfügbarkeit ihrer IT verlassen können. RiZone ist daher modular aufgebaut und kann benutzerspezifisch konfiguriert und lizenziert werden. Zudem ist die Softwarelösung durch ein flexibles Lizenzmodell skalier- und erweiterbar. Vom KMU bis hin zu Dienstleistern für RZ-Outsourcing und Unternehmen mit Großrechenzentren lässt sie sich flexibel implementieren und wächst nach dem Prinzip „Pay as You Grow“ mit den Anforderungen, die der Geschäftsbetrieb an das Rechenzentrum stellt. Die Vernetzung der Komponenten im Rechenzentrum hat neben dem Sicherheitsplus einen weiteren Vorteil: Die Geräte können sich untereinander austauschen und sozusagen ihre Bedürfnisse kommunizieren. Stromversorgung und Kühlung lassen sich dynamisch und automatisiert an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Den Administratoren liegen mit RiZone alle Energieverbraucher vernetzt und auf einer Oberfläche dargestellt vor. Die Informationen werden in Kilowatt, in Kohlendioxidemission oder in tatsächlichen Kosten dargestellt und kontinuierlich gegen die Zeit aufgetragen. Anhand dieser Angaben können Administratoren die notwendigen Maßnahmen zur Optimierung einleiten. Beispielweise konzentrieren sie Dienste, die im Nacht- und Wochenendbetrieb benötigt werden, auf bestimmte Server und versorgen diese gezielt mit Energie und Kühlleistung. Auch die langfristige und nachhaltige Optimierung des Energieverbrauchs wird durch das System ermöglicht. So decken Trendanalysen einzelne „Verbrauchssünder“ oder Schwankungen auf. Administratoren können anhand dieser Analysen Regelkreise definieren und den Effizienzgrad kontinuierlich optimieren. Bei regelmäßigen Abweichungen in der Auslastung oder ungleicher Temperaturverteilung im Rechenzentrum werden Kälte- und Klimaleistung bedarfsgerecht bereitgestellt. Schwachstellen, etwa Hotspots, werden erkannt und lassen sich durch automatisierte Lastenanpassung auf den Servern bekämpfen. Alternativ errechnet das System die Energieeinsparung, die sich beispielsweise durch eine Gang-Schottung oder den punktuellen Einsatz von flüssigkeitsbasierten Kühlsystemen wie den Liquid Cooling Packages von Rittal ergibt. Angezeigt wird auch, welchen Effekt eine Kühlung durch Außenluft („Free Cooling“) auf die Betriebskosten hätte. IT-Verantwortliche können so Potenziale identifizieren und vorausschauend planen.

Fazit

Die intelligente Vernetzung von Servern, Diensten und IT-Infrastruktur versetzt Systemadministratoren in die Lage, ihre Rechenzentren erheblich feiner zu steuern, die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen und Redundanzen zu minimieren. So unterstützt RiZone IT-Verantwortliche dabei, das optimale Verhältnis zwischen Verfügbarkeit, Sicherheit, Performance und Wirtschaftlichkeit im Rechenzentrum zu finden – und dies auch bei wachsendem Leistungsbedarf zu halten. Dem Einsatz von RiZone ist eine gründliche Analyse der Gegebenheiten vorgelagert. Dies ist notwendig, um Sicherheit und Effizienz im Rechenzentrum einschätzen und langfristig verbessern zu können. Hierzu müssen Spitzenzeiten genauso berücksichtigt werden wie Tage, an denen die Systeme nicht so stark genutzt sind. Auch die geplante Unternehmensentwicklung sollte einfließen. Die Ressourcen, die für eine umfassende Analyse benötigt werden, müssen Unternehmen oder IT-Abteilungen nicht selber stellen. Rittal bietet gemeinsam mit den Tochtergesellschaften Lampertz und Litcos Know-how von der Beratung bis zur konkreten Lösung. Das gewährleistet eine ganzheitliche Betrachtung der vorhandenen Risiken und Potenziale und somit auch einen möglichst hohen Schutz auf allen Ebenen.

• more@click-Code: SIK10053

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