Die TRBS 2153 (ehem. BGR 132) stellt Schlauchhersteller vor neue Herausforderungen: Für Förderschläuche in ex-gefährdeten Bereichen empfiehlt die TRBS 2153 die grundsätzliche Verwendung von leitfähigen / ableitfähigen Wandungsmaterialien. Bisher am Markt übliche leitfähige, beziehungsweise ableitfähige Förderschläuche erreichen diese Vorgaben häufig nur durch migrierende Antistatika oder Ruße. Allerdings verlieren sich diese Antistatika beim Förderprozess. Die Schläuche verlieren ihre Ableitfähigkeit. Darüber hinaus kann das Antistatikum von dem geförderten Produkt aufgenommen werden und zu Verunreinigungen im Fördergut führen. Explosionsschutzmaßnahmen werden seit Mai 2009 durch die bundesweit gültige technische Regel TRBS 2153 geregelt. Sie gibt Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Explosionsgefahren im Allgemeinen, beschreibt aber auch Maßnahmen in Abhängigkeit von der Zoneneinteilung. Die Regel unterscheidet bei den Betrachtungen zum Explosionsschutz unter anderem zwischen dem Transport von Flüssigkeiten und Schüttgütern. Während im Zusammenhang mit Schläuchen bei den Flüssigkeiten nur Betrachtungen in Abhängigkeit der Zone in der äußeren Umgebung angestellt werden, wird bei den Schüttgütern auch das Schlauchinnere in die Betrachtung einbezogen, da hier durch pneumatischen Transport ein explosionsfähiges Staub-Luft-Gemisch vorliegen kann. Die größten Unterschiede zur BGR 132 hat die neue Regel beim pneumatischen Transport von Schüttgütern. Gab es früher nur den Betrachtungsfall „Transport durch eine explosionsfähige Umgebung“, wird nun zusätzlich der Fall der explosionsfähigen Atmosphäre im Innern des Schlauchs betrachtet und eine Unterscheidung zwischen brennbaren und nicht brennbaren Schüttgütern getroffen: Beim pneumatischen Transport nicht brennbarer Schüttgüter durch Zone 1 wird lediglich die äußere Umgebung des Schlauchs berücksichtigt.
Problemfall brennbare Schüttgüter
Der pneumatische Transport brennbarer Schüttgüter wurde neu aufgenommen. Hier liegt im Schlauchinneren eine explosionsfähige Atmosphäre vor, was objektiven Schätzungen nach bei ungefähr 75 Prozent der Schüttgüter der Fall sein kann. Die Wandung soll aus leitfähigem oder ableitfähigem Material bestehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass beim pneumatischen Transport 100-fach höhere Ladungen auftreten können als etwa beim Transport von Flüssigkeiten. Der TRBS 2153 wurde bei der Überführung aus der BGR 132 eine weitere wichtige Kernaussage hinzugefügt: „In explosionsgefährdeten Bereichen sind grundsätzlich nur leitfähige und ableitfähige Gegenstände und Einrichtungen zu verwenden.“ Bisher am Markt übliche leitfähige beziehungsweise ableitfähige Förderschläuche erreichen diese Vorgaben nur durch migrierende Antistatika oder Ruße. Dies führt in einigen Branchen zu Problemen. So in der Pharma- und Lebensmittelindustrie: Hier werden vielfach Stäube gefördert, die eine explosionsfähige Atmosphäre im Innern des Schlauchs verursachen. Der Einsatz von leitfähigen Materialien war bisher allerdings kaum möglich, da für die eingesetzten Leitfähigkeitsruße in der Regel die lebensmittelrechtlichen Zulassungen fehlen oder trotz Zulassung des Rußes der maximal zulässige Rußgehalt so gering ist, dass keine ausreichende Leitfähigkeit gegeben ist. Ein weiteres Problem ist die konstitutionsbedingt schwarze Farbe der Schläuche. Diese verhindert die Sicht auf das zu fördernde Produkt und kann durch Abrieb Fördergut verunreinigen. Ferner sind Schläuche auf dem Markt verfügbar, die durch Antistatika „antistatisch“ eingestellt wurden. Ein bekanntes Problem vieler Antistatika ist aber, dass ihre Wirksamkeit nur durch Migration auf die Schlauchoberfläche, mit nachfolgender Ansammlung von Feuchtigkeit aus der umgebenden Luft, gegeben ist. Bei der Förderung von Feststoffen wird hier jedoch das auf die innere Oberfläche migrierte Antistatikum immer wieder abgetragen, was ein „Auswaschen“ des Antistatikums mit dem Verlust der Ableitfähigkeit zur Folge hat. Darüber hinaus kann das Antistatikum von dem geförderten Produkt aufgenommen werden.
Neues Wandmaterial löst Probleme
Bei der innovativen Produktfamilie Airduc, Protape und Barduc Pur AS von Norres Schlauchtechnik kommt ein spezielles Wandungsmaterial zum Einsatz: Der, mit diesem Material hergestellte Schlauch überzeugt durch seine permanent wirksame Ableitfähigkeit von < 10 9 Ω sowie durch seine milchig-transparente Oberfläche, durch die das Fördergut sichtbar bleibt. Da es sich hier um ein nicht migrierendes Material handelt, bleiben sowohl Verunreinigungen des Förderguts wie auch ein Nachlassen der ableitfähigen Wirkung aus. Die Schläuche verfügen über eine lebensmittelrechtliche Zulassung für den gesamten Schlauch gemäß Richtlinie 2002/72/EG einschließlich der Änderungsrichtlinie 2007/19/EG, erstellt durch ein unabhängiges Prüfinstitut und tragen das Glas-Gabel-Zeichen – das Lebensmittellogo der EU. Ab sofort gibt es für die Schläuche aus der PUR AS Familie auch die Connect-Einbindesysteme 230, 231 und 232, mit denen sich Polyurethanschläuche für alle gebräuchlichen Anschlüsse einbinden lassen. Das Connect-Schaleneinbandsystem 230 für dickwandige Polyurethanschläuche ist von Norres zum Be- und Entladen von Silofahrzeugen entwickelt und eingeführt worden. Es bindet den ableitfähigen Airduc Pur 356 MHF-AS verstärkt ein, wobei die metallische Stützwendel fest mit dem Metallstutzen verbunden wird. Eingesetzt werden kann das lebensmittelechte und ableitfähige System dann gemäß TRBS 2153. Mit dem Connect-Presseinbandsystem 232 und dem Connect-Schaleneinbandsystem 231 ergänzen zwei weitere Systeme die Verbindungsmöglichkeiten für die Schläuche der AS-Pur-Familie. Das Connect-Presseinbandsystem 232 eignet sich besonders für die Lebensmittel-, Pharma- und Chemieindustrie, das Connect-Schaleneinbandsystem 231 kommt bei Industrieanwendungen zum Beispiel in der Kunststoffindustrie zum Einsatz. Bei der Montage der Systeme wird die metallische Einlage des Schlauches freigelegt und mit dem Schlauchstutzen kontaktiert. Durch das Spannen der Schalen beim Connect-Schaleneinbandsystem 231 beziehungsweise Verpressen der Hülsen beim Connect-Presseinbandsystem 232 entsteht eine sichere ableitfähige Verbindung. Dank der kompatiblen Einbindesysteme können in explosionsgefährdeten Bereichen bei fast allen Anwendungen die ableitfähigen Schläuche der AS-Pur-Familie gemäß der Forderung der TRBS 2153 eingesetzt werden. Das Einbinden der Schläuche mit den Einbindesystemen hat mehrere Vorteile: Für außen gewellte Spiralschläuche werden bei den verschiedensten Anwendungen oft Schlauchschellen zur Verbindung mit Schlauchstutzen verwendet. Bei hohem Druck besteht jedoch immer die Gefahr des Herausrutschens der Stutzen oder einer zunehmenden Undichtigkeit des Systems. Gerade in den explosionsgefährdeten Bereichen ist dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Mit den Connect-Systemen werden die gängigsten Kupplungs- und Verbindungssysteme wie Milchrohr, Aseptik, Tri-Clamp, Kamlok-, Storz- oder Tankwagen-Kupplungen, Los- und Festflansch schnell, einfach und sicher mit den AS-Pur-Schläuchen verbunden. Für den Anwender bedeutet das mehr Betriebssicherheit, längere Standzeiten und kürzere Montagezeiten. Obwohl die TRBS 2153 überwiegend der BGR 132 entspricht, gibt es eine entscheidende Änderung: Durch die gesonderte Betrachtung der Atmosphäre im Schlauchinneren und den Wegfall der Steigungs- und Wandungskriterien bei dem Transport brennbarer Schüttgüter wird das Spektrum der einsetzbaren Schläuche deutlich minimiert. Andererseits wird aber durch die nun vorgeschriebene Verwendung von leitfähigen und ableitfähigen Wandungsmaterialien für mehr Sicherheit bei der Förderung von Schüttgütern gesorgt. Durch den Einsatz der Schlauchserie Pur MHF-AS mit den passenden Connect-Einbindesystemen von Norres können die Forderungen der TRBS 2153 erfüllt und der sichere Umgang mit etwa brennbaren Schüttgütern verbessert werden. Die technische Regel 2153 ist grundsätzlich nur eine Empfehlung, von der der Anwender abweichen darf, sofern er die Wirksamkeit, der von ihm gefundenen Lösung nachweisen kann.☐
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