Die hohen Ölpreise des letzten Jahres haben dazu beigetragen, dass Öl- und Gasvorkommen, die bisher nicht wirtschaftlich gefördert werden konnten, neu erschlossen wurden. „Als die Ölpreise im vergangenen Jahr in die Höhe schnellten, haben viele Förderunternehmen in Messtechnik investiert, wovon wir profitieren konnten“, freut sich Frank Grunert, der für die Krohne-Massedurchflussmessgeräte zuständige Produktmanager. Auch in diesem Jahr erwartet das Duisburger Unternehmen keinen Einbruch im Öl&Gas-Bereich. Gerade für diese Zielgruppe wurde das Portfolio im zurückliegenden Jahr nochmals deutlich erweitert. Und auch aktuell sind weitere neue Geräte in der Entwicklungspipeline, wobei gerade die Coriolis-Durchflussmessgeräte dem Unternehmen weitere Marktanteile sichern sollen.
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Massedurchfluss-Messtechnik von Krohne war bisher eine Erfolgsstory und soll es bleiben. Deshalb gibt es immer wieder technologisch Neues bei der Optimass-Serie. Und deshalb ist auch in der Coriolis-Produktionsstätte in Wellingborough, England, seit Jahren Bewegung. Eingeweiht 1993, war bereits 1997/98 die erste bauliche Ergänzung fällig. Im vergangenen Jahr nun wurde die Produktionsfläche nochmals verdoppelt. „Wir haben in der Massedurchflussmessung in den vergangenen 15 Jahren viel erreicht“, meint Grunert stolz. „Inzwischen haben wir das neue Gebäude bezogen und gleichzeitig die Produktion optimiert. Der Umstieg von der Insel- auf die Linienproduktion und die damit verbundene Spezialisierung der Produktionsmitarbeiter wirkt sich positiv auf die Effizienz und auch auf die Qualität einiger unserer Optimass-Geräte aus.“ Beispielsweise auf den Optimass 1000, der nun mit einer verbesserten Spezifizierung angeboten wird. Erstmals auf der Achema 2006 vorgestellt, ergänzt er das Krohne-Coriolis-Portfolio als Standardgerät und kann für die allermeisten Applikationen eingesetzt werden. Dank des sehr guten Preis-Leistungsverhältnisses wurde damit die High-Tech-Durchflusstechnologie auch für die breite Masse der Standard-Applikationen attraktiv; dies gilt insbesondere für Anwendungen, bei denen ein kompletter Funktionsumfang erwartet wird. Der Optimass 1000 bietet trotz seines günstigen Preises die typischen Coriolis-Eigenschaften: Das Gerät ist praktisch wartungsfrei, liefert neben dem direkten Massedurchfluss-Signal eine sehr gute Dichtemessung und erlaubt über die Diagnosemöglichkeiten eine Gasblasenerkennung. Für sehr sensible Stoffe, wie etwa scherempfindliche Produkte in der Lebensmittelindustrie, oder für eichpflichtige Applikationen ist der Optimass 1000 aufgrund des Strömungsteilers nicht geeignet. Für diese Anwendungen bietet Krohne das High-End-Produkt Optimass 7000 mit einem geraden Messrohr an. Die Optimass-Geräte sind unempfindlich gegenüber äußeren Störeinflüssen wie zum Beispiel Vibrationen und können problemlos in jeder Lage eingebaut werden. „Egal ob Geradrohr oder gebogen, für alle Krohne-Massegeräte gilt, dass sie hochgenau und zuverlässig messen und keinerlei Anforderungen an die Installation stellen“, erläutert Grunert. So wurde die Doppel-Messrohr-Variante schnell zum Stückzahlen-Renner. Bereits 2007 vermeldete Krohne, selbst etwas überrascht ob der hohen Nachfrage, doppelt so hohe Steigerungsraten im Massedurchflussgeschäft wie der Markt. „Laut eines aktuellen Marktreports steht Coriolis, was die Umsatzzahlen angeht, bereits an dritter Stelle hinter Wirkdruck- und elektromagnetischen Messgeräten“, berichtet Grunert. Besonders die Großchemie profitiere von der Möglichkeit der direkten Massemessung und entscheide sich daher immer häufiger für Coriolis-Geräte, besonders seit diese als Plug-and-Play-Ausführung und zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis verfügbar seien. „Die chemische Industrie hat bei der Einführung der Coriolis-Technik eine Pionierrolle gespielt“, bestätigt Günter Pinkowski, bei Krohne für das strategische Marketing zuständig. „Auch im Sektor Food and Beverage ist Coriolis inzwischen voll akzeptiert, wenngleich dort magnetisch-induktive Messgeräte wie unser Optiflux nach wie vor die Nummer Eins sind.“ Für Prozesse, in denen neben dem Durchfluss auch Konzentrationswerte wie Zucker- oder Alkoholgehalt benötigt werden, ist die Coriolis-Technik prädestiniert. So erschließen sich für Massedurchflussmessgeräte immer neue Anwendungen in der Food-Industrie. „Zudem verzeichnen wir in der Energiebranche wachsende Nachfrage nach Coriolis-Geräten, angefangen bei den Produzenten alternativer Kraftstoffe bis hin zum Kraftwerksbereich“, freut sich Grunert. „Die Geräte werden zum Beispiel in Entschwefelungsanlagen eingesetzt, wo äußerst korrosionsfestes Material gefragt ist.“ Krohne will also weiter auf der Coriolis-Wachstumswelle reiten. Der könnte der Optimass 1000 nun eine weitere Dynamik verleihen. Denn nach gut zwei Jahren Betriebserfahrung in einer großen Bandbreite von Anwendungen gibt das Unternehmen ein technologisches Update bekannt: eine bessere Spezifizierung, nicht zuletzt dank der Qualitätsverbesserungen aufgrund des Übergangs zur Linien-Produktionsweise und weiterer Produktionsoptimierung im Rahmen der Erweiterung in Wellingborough. „Auch die zur Markteinführung eher konservative Spezifizierung und die verbesserte Kalibrierung tragen dazu bei“, erläutert Grunert. So konnte die Genauigkeit für den Optimass 1000 erheblich erhöht werden: bei Flüssigkeiten auf +/- 0,15 Prozent vom Messwert, bei Gasen auf +/- 0,6 Prozent. Zudem wurde die Nullpunktstabilität verbessert: auf nun 0,01 Prozent vom Maximaldurchfluss. „Mit 0,001 Prozent pro Grad Celsius und 0,00012 Prozent pro Bar haben wir außerdem eine erheblich verbesserte Druck- und Temperaturabhängigkeit erreicht und zudem den Turn-down des Gerätes deutlich verbessert“, ergänzt Pinkowski. Der Optimass 1000 zielt insbesondere auf Standard-Applikationen bis 130°C Medientemperatur ab. Grunert: „Unser Standardgerät im Doppelrohrdesign bietet durch die Geradrohr-Technologie zudem einen kleineren Druckverlust als die Wettbewerbsgeräte. Häufig können die Kunden eine um eine Nummer kleinere und damit kostengünstigere Baugröße als bei den Wettbewerbsgeräten möglich einsetzen.“ Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erziele man durch das druckfeste Sensorgehäuse und den damit verbundenen hohen Sicherheitsfaktor. Für die Massemessung nach dem Coriolis-Prinzip sind in Flüssigkeiten enthaltene Gasblasen durchaus kritisch und können zu fehlerhaften Messergebnissen führen. Mit dem neuen Optimass 1000 werden diese erkannt und gemeldet. Dank eines Zwei-Phasen-Durchfluss-Signals kann der Anteil an Gasblasen kontinuierlich angezeigt werden oder der Betreiber wird bei ihrem Auftreten durch einen Alarm gewarnt. Ebenfalls gut bei den Kunden angekommen sind die verwendeten Standard-Elektroniken, die für das gesamte Optimass-Portfolio identisch sind, sodass die Ersatzteilhaltung nicht unnötig komplex und aufgebläht wird.
Große Nennweiten auch für Chemie und Food-Anwendungen
Jedes Jahr mindestens ein neuer Sensor – diesem Anspruch wird Krohne seit einigen Jahren gerecht. „Im zurückliegenden Jahr war sicher der Optimass 2000 eines unserer Highlights und nun sind bereits die nächsten neuen Geräte in der Pipeline“, so Pinkowski. Version 2000, zugelassen für den eichpflichtigen Verkehr und mit Nennweiten bis DN 300 ursprünglich mit Blick auf die Öl&Gas-Industrie entwickelt, ist sozusagen der große Bruder des Optimass 1000: Er ist analog aufgebaut – ebenfalls mit zwei geraden parallelen Messrohren.
Die kleinste Ausführung (DN 100) ist unter anderem für Abfüllvorgänge in der Chemie- und Lebensmittelindustrie interessant. „Für die Messung größerer Mengen Melasse in der Zuckerindustrie ist der Optimass 2000 sehr gut geeignet“, versichert Grunert, „auch für die Fettgehaltsbestimmung in Milch. Hierzu kann man die Dichtemessung nutzen.“ Typischerweise ist „der 2000er“ in zahlreichen Öl&Gas-Anlagen zu finden, „in Kasachstan etwa, dort arbeiten vier Geräte zur Ölmessung mit großer Messgenauigkeit“, so der Produktmanager. Nicht unbedingt zu erwarten waren hingegen die vielen Anfragen für die Messung von Ammoniakwasser. Weitere Applikationserweiterungen für die Coriolis-Technik erreichen die Krohne-Entwickler durch den Einsatz neuer Materialien. So gibt es seit Oktober 2008 den Optimass 7000 auch mit einem geraden Messrohr aus Tantal für die Messung hochaggressiver Medien. „Dank des Einrohrdesign können wir mit dem Optimass 7000 ein sehr wettbewerbsfähiges Tantalgerät anbieten, da wir im Vergleich zu den Doppelrohrgeräten wesentlich weniger teures Tantalmaterial benötigen“, erläutert Grunert. Erste Applikationen mit Medien wie Salzsäure oder flüssigem Brom belegen die hohe chemische Beständigkeit der besonders korrosionsfesten Tantal-Wolfram-Legierung. Damit deckt das Krohne-Coriolis-Portfolio mit sieben Ausführungen in verschiedenen Materialien wohl nahezu alle Anwendungen ab: von Standard-Anwendungen bei niedrigen Temperaturen, kleinsten Durchflüssen ab 0,3g/h und unproblematischen Medien bis hin zu sehr großen Nennweiten, viskosen, feststoffbeladenen oder besonders aggressiven Messstoffen sowie Applikationen bei Temperaturen bis zu 350°C. Die Verbesserungen liegen oftmals im Detail: wie etwa beim Optimas 3000 mit z-förmigem Messrohr für kleine Durchflussmengen, für den es spätestens zur Achema ebenfalls eine neue Spezifikation geben wird. Grunert: „Bei allen Optimierungen der Sensorik sollten wir aber auch die zugehörigen Softwaretools nicht vergessen. Etwa unsere ganz hervorragende Konzentrationssoftware, die es dem Kunden erleichtert, seine Messung an eine bestimmte Konzentrationsskala anzupassen. Auch die Ende vergangenen Jahres freigegebene Flow Toolbox, universell einsetzbar für die gesamte Optimass-Gerätereihe, bringt dem Anwender viele Vorteile, etwa bei Diagnoseaufgaben.“ Ein Modul wird einfach auf das Display des Geräts aufgesteckt und zeichnet dann alle Mess- und Diagnosedaten kontinuierlich auf. Bei Bedarf wird dieses Modul schließlich abgenommen und zur Analyse oder Suche von Fehlerursachen verwendet. „Der Anwender kann uns das Modul schicken oder die aufgenommenen Daten übermitteln, wobei die letzten fünf Messtage aufgezeichnet werden können“, erläutert Grunert. Gerade von der Chemie und der Pharmaindustrie werde diese Möglichkeit zur Prozessdiagnose rege genutzt. „Ein Pharmakunde etwa hatte beobachtet, dass nach Abschalten des Durchflusses die Dichte anstieg. Nach Auswertung der Diagnosedaten war klar, woran das lag: In der nicht isolierten Leitung sank die Temperatur von 35°C nach Abschalten des Durchflusses ab, folgerichtig stieg die Dichte.“ Ein Phänomen, das erst bei gleichzeitiger Beobachtung aller drei Messgrößen Dichte, Temperatur und Durchfluss mit Hilfe der Flow Toolbox transparent wurde. Auch für OEM-Anwendungen hat Krohne Neues in Sachen Coriolis zu bieten: Kurz vor der Produktionsreife steht der Optibatch, ein Komplettgerät mit integrierter Elektronik in den Größen DN10 und DN15, das sich für Abfüllmaschinen in der Pharma- sowie der Food&Beverage-Industrie eignet. Wo Explosionsschutz nicht notwendig ist, kann das Gerät selbst in der chemischen Industrie zum Einsatz kommen. Als Ergänzung zum MID-Gerät Batchflux eignet sich der Optibatch auch für nicht-leitfähige Medien. „Ein sehr leistungsfähiges Gerät mit ausgezeichneter Nullpunktstabilität“, so Grunert. „Alle Kunden, die erste Geräte aus der Nullserie getestet haben, waren hoch zufrieden.“ Pinkowski und Grunert hoffen auf ähnlich große Akzeptanz, wie sie der Optigas für die CNG-Abfüllung (Compressed Natural Gas) an Erdgastankstellen erfahren hat. Das Potenzial derart applikationsbezogener Geräteentwicklungen, meint Pinkowski, werde wohl sogar noch wachsen.
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