Als die Firmengründer von Flexim 1992 ihren ersten portablen Durchflussmesser, den sie in einer Berliner Hinterhofwohnung zusammengelötet hatten, der Öffentlichkeit vorstellten, war die eingriffsfreie Durchflussmessung mit von außen auf der Rohrleitung angebrachten Clamp-On-Ultraschallsensoren noch ein echter Geheimtipp. Inzwischen hat sich dies grundlegend geändert. Die Ultraschall-Durchflussmessung ist eine etablierte Technik. Gewiss haben auch die stetig weiterentwickelten Ultraschallmesssysteme aus dem Hause Flexim viel dazu beigetragen. Um so ambitionierter war das Projekt, einen von Grund auf neu konzipierten portablen Durchflussmesser zu entwickeln. Nun ist er fertig und zu haben. Seit September 2008 gibt es den neuen Fluxus F601, der den für seine Zuverlässigkeit bekannten Fluxus ADM 6725 ablöst.
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Auf den ersten Blick präsentiert sich der neue portable Durchflussmesser als ein handliches Gerät im modernen Design. Tatsächlich wurde beim F601 auf die äußere Erscheinung großen Wert gelegt. Mit Norbert Koop zeichnet erstmals bei Flexim ein professioneller Industriedesigner für die Gestaltung des Gehäuses verantwortlich. Doch die ansprechende Form ist alles andere als reiner Selbstzweck. Funktionalität und die Anforderungen der Anwender standen im Vordergrund, als man bei Flexim die Entwicklung eines Nachfolgers für den Durchflussklassiker Fluxus ADM 6725 anging. „Niemand weiß besser als unsere Kunden, worauf es bei der mobilen Durchflussmessung ankommt“, sagt Mirko Blümke, bei Flexim als Produktmanager zuständig für den Bereich Durchflussmessung: „Und eines verbindet uns mit unseren Produkten: Wir können gut zuhören.“ Die Projektverantwortlichen bei Flexim sammelten die praktischen Bedürfnisse der Anwender in einem umfangreichen Lastenheft, das sie an mehrere renommierte Industriedesigner verschickten. Am Ende machte das Hamburger Büro Koop Industrial Design das Rennen, weil sein Entwurf die mannigfaltigen Vorgaben am überzeugendsten umsetzt. Das Team um Norbert Koop hat ein gemeinsames Credo: Funktionalität. Erfolg hat es damit nicht nur bei den Jurys internationaler Designwettbewerbe, sondern vor allem bei den Nutzern seiner Produkte. Das am weitesten verbreitete Produkt aus seinem Atelier dürften die aus medizinischen Labors nicht wegzudenkenden Eppendorf-Pipetten sein, für deren Gestaltung Koop Industrial Design seit den Neunzigerjahren verantwortlich zeichnet.
Funktional und flexibel ohne Schnickschnack
Norbert Koop ist mit dem fertigen Fluxus F601 sichtlich zufrieden. Herausgekommen ist ein kompaktes und robustes Ultraschallmesssystem, das sich für nicht-stationäre Durchflussmessungen in den verschiedensten Anwendungsbereichen eignet. „Einen Flow Pod Nano hatten wir bei der Entwicklung nicht im Sinn“, betont Stefan Kranz, Vertriebschef von Flexim: „Unsere Instrumente müssen den harten Anforderungen der industriellen Praxis gewachsen sein und dürfen beispielsweise nicht durch das Gitter eines Gerüstbodens rutschen, etwa wenn die Messstelle schwer zugänglich ist und zu ihrer Einrichtung eine Arbeitsbühne aufgebaut werden muss.“
Beim F601 wurde an alles gedacht, von den Handgriffen über die praktische QuickFix-Befestigung bis zur doppelten Enter-Taste, damit sich der F601 auch locker mit der linken Hand bedienen lässt. Keine Neuerung, die nicht ihren Sinn hätte. So dienen beispielsweise die markanten Handgriffe gleichzeitig effektiv als Kantenschutz, damit der F601 fest in der Hand liegt und trotzdem nicht gleich kaputt ist, wenn er doch einmal runterfällt. Auf Schnickschnack haben die Entwickler konsequent verzichtet. Gehäuse, Sensoren, Kabel und Stecker sind aus hochwertigen Materialien gefertigt, wasser- und staubdicht und den Anforderungen des industriellen Alltags bestens gewachsen. Die außerordentliche Flexibilität des F601 liegt zunächst im Messverfahren begründet. Wie alle Durchflussmesser Fluxus von Flexim misst auch der neue F601 eingriffsfrei mit Ultraschall nach dem Laufzeitdifferenzverfahren: Die Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Ultraschallsignals in einem Medium hängt von dessen Fließgeschwindigkeit ab. Bringt man zwei Schallwandler, die sowohl als Sender wie auch als Empfänger dienen, außen an einem Rohr an und schickt Ultraschallimpulse in das Medium, so hat das in Strömungsrichtung gesendete Signal eine kürzere Laufzeit als das ihr entgegen gesetzte. Die gemessene Laufzeitdifferenz ist ein Maß für die Strömungsgeschwindigkeit des Fluids. Aus dieser berechnet das Messgerät unter Kenntnis des Strömungsprofils und der Querschnittsfläche den Volumendurchfluss. Weil die Anbringung der Clamp-On-Sensoren keinerlei Rohrarbeiten erfordert, geschieht die Einrichtung der Durchflussmessstelle üblicherweise bei laufendem Betrieb. Zwei Sensorpaare reichen aus, um im gebräuchlichsten Nennweitenbereich von DN10 bis DN2500 eingriffsfrei den Durchfluss zu messen, weitere Sensoren für einen Nennweitenbereich von DN6 bis DN6500 sind verfügbar. Das moderne ergonomische Design ist jedoch nur die sichtbare Facette der Rundumerneuerung. Auch beim F601 gilt: Auf die inneren Werte kommt es an. Viele Verbesserungen verbergen sich im Unsichtbaren, beispielsweise im HybridTrek-Messmodus, der Messungen auch unter schwierigen Messbedingungen mit hohen Feststoffanteilen und Luftblasen ermöglicht, sowie in avanciertesten Korrekturalgorithmen für Rohrwand-Echos und Sensor-Fehlpositionierungen. „Unser Beitrag zum Jahr der Mathematik“, meint dazu lachend Dr. Mathias Panicke, Leiter der Entwicklungsabteilung von Flexim, dessen Team maßgeblichen Anteil an den Fortschritten in puncto Zuverlässigkeit und Genauigkeit hat.
Eine Fünf-Minuten-Sache
Maßgeblich für den Anwender sind die einfache Bedienbarkeit und die Leistungsfähigkeit des Messinstruments. Der neue Portable überzeugt gleichermaßen durch Schnelligkeit wie durch Ausdauer. Der Fluxus F601 macht die Durchflussmessung zur Fünf-Minuten-Sache. Der Messumformer erkennt die Sensoren beim Anschließen automatisch und lädt ihre Kalibrierdaten. Dadurch geschieht das Setup in Minutenschnelle, Fehlparametrierungen werden vermieden. Zudem verfügt der F601 über ein fortschrittliches Akku-Management. Der Li-Ionen-Akkumulator erlaubt über 14 Stunden netzunabhängige Durchflussmessung. Damit Messvorgänge optimal planbar sind, zeigt der F601 die aktuelle Ladekapazität im Display an.
Ein Vierteljahr nach seiner Markteinführung findet der Fluxus F601 Resonanz bei Interessenten und ersten Anwendern. „Mehr oder weniger schöne Messgeräte gibt es viele“, findet Christian Halper, Chef von Flexim Austria: „Entscheidend ist der Praxistest.“ Auf der diesjährigen Vienna-Tec konnten sich Interessenten an seinem Stand eigenhändig von der Schnelligkeit überzeugen, in der sich eine Durchflussmessstelle einrichten und parametrieren lässt. „Hundert Fünf-Minuten-Sachen – und so ein Messetag ist um“, erinnert er sich an die Durchflussdemonstration im Akkord: „Wir hätten besser gleich den Durchfluss an der Kaffeemaschine messen sollen,“ zieht Christian Halper seine Lehre aus der Vorstellung des neuen Geräts.Auch bei Ineos in Köln zeigt man sich beeindruckt von der Performance des handlichen Durchflussmessers. Wann immer in einem der 18 Betriebe des petrochemischen Werks eine stationäre Durchflussmesseinrichtung kontrolliert werden soll, ein ausgefallener Durchflussmesser temporär ersetzt werden muss oder zur Anlagendiagnose und Prozessoptimierung Durchflüsse an Stellen gemessen werden sollen, an denen keine Messeinrichtungen vorhanden sind, ergeht ein Auftrag an die Abteilung Sondermesstechnik. Für die Männer von der Sondermesstechnik ist die eingriffsfreie Durchflussmessung mit Ultraschall Routine: Seit Jahren messen sie mit dem Fluxus ADM 6725. Nun haben sie den Nachfolger ausgiebig getestet. Die Messexperten von Ineos schätzen vor allem die praxisfreundliche Bedienung des Fluxus F601 und dass sich der handliche Messumformer auch an schwer zugänglichen Messstellen einfach anbringen lässt. Für die Vielzahl der verschiedensten Applikationen verfügt die Sondermesstechnik von Ineos in Köln über ein ganzes Arsenal an Sensoren, die für die jeweilige Messaufgabe perfekt adaptiert sind, sowie über einen WaveInjector, der die eingriffsfreie Durchflussmessung bis 400 °C ermöglicht. „Mit dem Fluxus F601 macht man auch in Midtown Manhattan eine gute Figur,“ ist Mirko Blümke überzeugt. Er muss es wissen. Seit einem Jahr befindet sich der Arbeitsplatz des Flexim-Produktmanagers auf Long Island, von wo er einen prominenten Kunden betreut. Gemeinsam mit seinen amerikanischen Kollegen hat er das 2004 fertiggestellte TimeWarner Center mit den fest installierten Geschwistern des portablen Fluxus F601 ausgerüstet. Die Betreibergesellschaft der Großimmobilie, die unter anderem eines der profitabelsten Einkaufszentren der USA beherbergt, nutzt dort die eingriffsfreie Messtechnik für den Betrieb der Klimatechnik und zur Zählung und Abrechnung von Kälte- und Wärmelieferungen. In der Ausführung Energy verfügt der Fluxus F601 über hochgenaue Temperatureingänge und ermöglicht so die unkomplizierte eingriffsfreie Erfassung von Wärme- bzw. Kälteströmen.
Eingriffsfreie Messtechnik macht auch im Koffer gute Figur
Der Fluxus F601 ist in drei Ausführungen verfügbar: Standard, Energy und Multifunctional. Als Fluxus G601 gibt es den neuen Portablen auch für die eingriffsfreie Durchflussmessung von Gasen. Auch beim Transport erweist sich der portable Durchflussmesser als praxisgerecht und zeitgemäß. Alle Versionen des F601 werden samt Zubehör in einem extrem robusten und wasserdichten Koffer ausgeliefert, der sich getrost als Stufe zur Erreichung einer Messstelle umfunktionieren lässt. Auch sind die Zeiten vorbei, als Messdienstleister mit dem großen Kombi auf den Hof fahren mussten. Der Koffer mit dem kompletten Messsystem findet bequem in einem Smart Platz. Und wer auch im Urlaub nicht von der Durchflussmessung lassen möchte und beispielsweise die Leistung der Strandduschen an der Copacabana überprüfen möchte, für den ist der Fluxus F601 ebenfalls das Messinstrument der Wahl. Der Koffer entspricht den Anforderungen der Fluggesellschaften für Handgepäck. Nur wird der Messexperte womöglich bedauern, dass es so schnell geht mit der Einrichtung der temporären Durchflussmessstelle. „Measure with pleasure“, meint Mirko Blümke.
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