Erschienen in: P&A Kompendium 2004, S. 32
P&A Future & Visions - Prozesstechnik im Jahr 2010  |  

Prozessautomatisierung 2010 - vollautomatisierte Anlage oder maßgeschneiderte Informationen?

Gastkommentar von Dipl.-Ing. Michael Ziesemer, Endress + Hauser International Holding

Die Internettechnologie durchdringt die Automatisierungstechnik. Informationen aus der Anlage stehen über ,Thin clients’ überall und jederzeit zur Verfügung. Für Anzeige und Bedienung wie für das Engineering wird der Standardbrowser zum alleinigen Werkzeug. Die ,Three-Tier-Architektur’ ersetzt die klassische ,Client-Server-Architektur’. Dabei wird die komplette ,Supply chain’ automatisiert. Es geht nicht allein um die Produktionsanlage, es geht um die Informationsvernetzung mit Lieferanten und Kunden. Dabei fordert der Anwender die Unterstützung der technischen Abläufe genauso wie bei den Geschäftsprozessen. Man könnte sagen, dass das gesamte ,Business’ damit zum ,e-Business’ wird. Die drahtlose Kommunikation wird ein Standard in der Automatisierung. Technologien wie ,Wireless LAN’ verbinden entfernte Messungen mit dem Automatisierungssystem. Instandhalter erhalten Informationen an jedem Ort in der Anlage: Beispielsweise Messstellendokumentation, Kalibrierprotokolle, Betriebs- und Instandhaltungsvorschriften. Sensorik und Aktorik liefern zusätzliche Informationen, welche die zustandsorientierte vorbeugende Wartung erlauben. Beispielsweise sagt eine pH-Elektrode rechtzeitig, wann Ersatz nötig ist. Darüber hinaus wird es zur Diagnose und Optimierung des Prozesses selbst kommen, indem Informationen in modellgestützten Systemen intelligent verknüpft werden. Die Dynamik der Messsignale wird ausgewertet. ,Process Noise’ liefert beispielsweise Hinweise auf Pumpen- oder Kompressorenverschleiß. Die Miniaturisierung und Integration von Sensorik und Aktorik schreitet fort. Sensoren die eine Reihe von Parametern messen, werden ebenso zum Standard wie Ventile, die auch Durchfluss, Druck und Temperatur erfassen. Neue oder verbesserte Werkstoffe – wie beispielsweise Keramiken – werden den Einsatz von Sensorik und Aktorik bei noch höheren Drücken und Temperaturen erlauben. * M. Ziesemer

Die Automatisierung wird also weiterhin ihren Beitrag dazu leisten, dass die Industrien der Verfahrenstechnik ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern vermögen. Das wird wichtiger denn je sein in noch stärker globalisierten Märkten des Jahres 2010.

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